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Delir und PTBS, veröffentlicht am 10. April 2019

Delirprävention
„Der Patient ist im Durchgang! Der ist total neben der Spur!“
„Danach war er nicht mehr wie vorher.“

Delirien treten bei Patienten auf Intensivstationen mit Prävalenzraten von 16% bis 86%, als sehr häufig vorkommende Komplikation auf. Leider bleiben diese auch nach Verlegung auf die Normalstation oft unentdeckt, wobei Patienten auch ohne vorherige intensivmedizinische Behandlung ein Delir erleiden können. Besonders gefährdet sind hochaltrige Personen, die dann z.B. fälschlicher Weise als demenziel erkrankt eingeordnet werden.

Während Patienten mit hyperaktiven Verläufen die Aufmerksamkeit des Personals sicher ist, finden die hypoaktiven weniger Beachtung.
Vielmehr heißt es dann oft bei der Verlegung, dass die „süße Oma“, die stumm vor sich hinstarrt, ruhig und pflegeleicht ist. Was in diesem Menschen gerade psychisch traumatisches geschieht, findet wenig bzw. keine Beachtung.

Insgesamt muss derzeit davon ausgegangen werden, dass etwa 30 bis 60% der Delirien unerkannt bleiben, weil sie als solche nicht wahrgenommen werden.

Delirante Patienten gut zu betreuen, bedeutet für Pflegende:

  • Großer Zeitaufwand
  • Hohe Verantwortung, da sich die Patienten durch ihr Verhalten selbst gefährden
  • Gefahr für das Personal, von aggressiven Patienten verletzt zu werden
  • Hohe Stressbelastung für alle Beteiligten
  • Vernachlässigung der restlichen Patientengruppe und deren Zugehörigen

Die Mortalität des postoperativen Delirs wird mit 10 bis 65% angegeben.[1]
Vor diesen Hintergründen, ist für den Erfolg, d.h. die Vermeidung oder das frühe Erkennen deliranter Zustände, ein mit Fachwissen ausgestattetes und sensibilisiertes Personal besonders wichtig.

 Fazit:
Die Verkürzung der Verweildauer auf der Intensivstation, die Reduktion der medikamentösen Therapie, sowie der mögliche Verzicht von aufwendigem Personaleinsatz zur Überwachung deliranter Patienten, spart wichtige Ressourcen und somit Geld, auch auf den Normalstationen!

Der Schutz der betroffenen Patienten, jedoch auch des Personals, vor Übergriffen und der daraus resultierenden negativen Konsequenzen, gehören zu den zentralen Anliegen dieses Seminares.

In dieser Veranstaltung erhalten die Teilnehmer/innen theoretische Grundlagen aus der neusten Delir Forschung vermittelt und verbessern in praktischen Trainingseinheiten den Umgang mit diagnostischen Methoden. Die Fähigkeiten zur Diagnostik werden anhand vom Filmmaterial und Beispielen aus dem Alltag gefördert und die Wachsamkeit erhöht!

 

„Das Herzstück der Krankenpflege, ist die Krankenbeobachtung!“

Waltraud Letzen

Mögliche Inhalte und Programmbeispiele:

  • Risikofaktoren, die die Entstehung eines Delirs begünstigen
  • Folgen und Spätfolgen eines Delirs
  • Möglichkeiten der Delirprävention
  • Kognitive Tests (CAM-ICU/ RASS usw.)
  • Detaillierte, konkrete Anamnese zu den ABEDL
  • (Aktivitäten, Beziehungen und existenzielle Erfahrungen des Lebens)
  • Einbindung der Angehörigen
  • Bezugspflegesysteme/ Umgebungsgestaltung
  • Vorbereitung auf die Entlassung
  • Die „pharmazeutische Aufnahme“
  • Erfahrungsaustausch

[1] vgl. McCusker J, Cole M, Dendukuri N et al.: The course of delirium in older medical in patients: a prospective study. J Gen Intern Med 2003; 18: 696-704

vgl. Young J, Inouye SK: Delirium in older people. Clinical review. Br Med J 2007; 334: 842-846