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Delirprävention
“Der Patient ist im Durchgang!”
Posttraumatische Belastungsstörungen
“Die merkt sowieso nichts!”, veröffentlicht am 13. April 2018

„Der Patient ist im Durchgang! Der ist total neben der Spur!“
„Danach war er nicht mehr wie vorher.“

Delirien treten bei Patienten auf Intensivstationen mit Prävalenzraten von 16% bis 86%, als sehr häufig vorkommende Komplikation auf. Leider bleiben diese auch nach Verlegung auf die Normalstation oft unentdeckt, wobei Patienten auch ohne vorherige intensivmedizinische Behandlung ein Delir erleiden können. Besonders gefährdet sind hochaltrige Personen, die dann z.B. fälschlicher Weise als demenziel erkrankt eingeordnet werden.

Während Patienten mit hyperaktiven Verläufen die Aufmerksamkeit des Personals sicher ist, finden die hypoaktiven weniger Beachtung.
Vielmehr heißt es dann oft bei der Verlegung, dass die „süße Oma“, die stumm vor sich hinstarrt, ruhig und pflegeleicht ist. Was in diesem Menschen gerade psychisch traumatisches geschieht, findet wenig bzw. keine Beachtung.

Insgesamt muss derzeit davon ausgegangen werden, dass etwa 30 bis 60% der Delirien unerkannt bleiben, weil sie als solche nicht wahrgenommen werden.

Delirante Patienten gut zu betreuen, bedeutet für Pflegende:

  • Großer Zeitaufwand
  • Hohe Verantwortung, da sich die Patienten durch ihr Verhalten selbst gefährden
  • Gefahr für das Personal, von aggressiven Patienten verletzt zu werden
  • Hohe Stressbelastung für alle Beteiligten
  • Vernachlässigung der restlichen Patientengruppe und deren Zugehörigen 

Die Mortalität des postoperativen Delirs wird mit 10 bis 65% angegeben.[1]

Vor diesen Hintergründen, ist für den Erfolg, d.h. die Vermeidung oder das frühe Erkennen deliranter Zustände, ein mit Fachwissen ausgestattetes und sensibilisiertes Personal besonders wichtig..

Fazit:
Die Verkürzung der Verweildauer auf der Intensivstation, die Reduktion der medikamentösen Therapie, sowie der mögliche Verzicht von aufwendigem Personaleinsatz zur Überwachung deliranter Patienten, spart wichtige Ressourcen und somit Geld, auch auf den Normalstationen!

Der Schutz der betroffenen Patienten, jedoch auch des Personals, vor Übergriffen und der daraus resultierenden negativen Konsequenzen, gehören zu den zentralen Anliegen dieses Seminares.

In dieser Veranstaltung erhalten die Teilnehmer/innen theoretische Grundlagen aus der neusten Delir Forschung vermittelt und verbessern in praktischen Trainingseinheiten den Umgang mit diagnostischen Methoden. Die Fähigkeiten zur Diagnostik werden anhand vom Filmmaterial und Beispielen aus dem Alltag gefördert und die Wachsamkeit erhöht!

„Das Herzstück der Krankenpflege, ist die Krankenbeobachtung!“

Waltraud Letzen

 Mögliche Inhalte und Programmbeispiele:

-       Risikofaktoren, die die Entstehung eines Delirs begünstigen

-       Folgen und Spätfolgen eines Delirs

-       Möglichkeiten der Delirprävention

-       Kognitive Tests (CAM-ICU/ RASS usw.)

-       Detaillierte, konkrete Anamnese zu den ABEDL

(Aktivitäten, Beziehungen und existenzielle Erfahrungen des Lebens)

-       Einbindung der Angehörigen

-       Bezugspflegesysteme/ Umgebungsgestaltung

-       Vorbereitung auf die Entlassung

-       Die „pharmazeutische Aufnahme“

-       Erfahrungsaustausch


[1] vgl. McCusker J, Cole M, Dendukuri N et al.: The course of delirium in older medical in patients: a prospective study. J Gen Intern Med 2003; 18: 696-704

vgl. Young J, Inouye SK: Delirium in older people. Clinical review. Br Med J 2007; 334: 842-846

Posttraumatische Belastungsstörungen
Wahrnehmung und Kommunikation in der Intensivmedizin

         „Die kriegen sowieso nichts mit!“

Der Moment, in dem aus einem selbst bestimmten, erwachsenen Menschen ein Patient auf einer Intensivstation wird, ist einschneidend.

„Auf einmal bist du nicht mehr der Regisseur in deinem eigenen Film!“

 Über dieses Gefühl sowie Vereinsamung und den Eindruck als Mensch nicht mehr wahrgenommen zu werden, berichten viele Personen nach Klinikaufenthalten.

Patienten, die im Krankenhaus extremen Situationen ausgesetzt waren, leiden zudem, wie neuste Studien belegen, sehr häufig unter „posttraumatische Belastungsstörungen“. Die Symptome sind denen ähnlich oder identisch, wie wir sie bei Kriegsheimkehrern vorfinden. Dazu gehören u.a. Albträume, Schlafstörungen und Angstzustände, die noch Jahre nach der intensivmedizinischen Behandlung auftreten können.

In dieser Veranstaltung erfolgt u.a. eine intensive Auseinandersetzung mit der Situation von Menschen, die während eines Klinkaufenthaltes nur bedingt oder gar nicht verbal kommunizieren konnten und der Fragestellung:

„Was kann/ muss das Personal einer Intensivstation tun, um die psychischen Folgeschäden und somit eine Verschlechterung der Lebensqualität der Patienten zu verhindern oder zumindest zu reduzieren?“

 Aufschluss darüber geben u.a. dokumentierte Interviews, die die Referenten mit Patienten nach der Behandlung einer Lungenembolie, nach Verkehrsunfällen oder auch nach der Totgeburt eines Kindes durchgeführt haben. Diese belegen eindrücklich, wie entscheidend sich das Verhalten von Mitarbeiter/innen der Klinik auf den körperlichen und seelischen Genesungsprozess auswirken.

In diesem Seminar bieten wir Ihnen:

Trainingseinheiten zur Sensibilisierung der Wahrnehmung

  • Neuste Forschungsergebnisse bzgl. der Folgen einer intensivmedizinischen Behandlung
  • Bearbeitung von Fallbeispielen/ Selbsterfahrung
  • Raum zum Erfahrungsaustausch und Reflexion
  • Trainingseinheiten zur Erarbeitung empathischen Verhaltensweisen

 Angebot II für Pflegekräfte der Normalstationen, Ärzte und Therapeuten aller Bereiche

Posttraumatische Belastungsstörungen
Wahrnehmung und Kommunikation

„Wenn die von Intensiv kommen, sind die ganz komisch!“

„Der nervt, dabei geht es Ihm doch gut!“

 Wenn ein Patient die Intensivstation verlassen kann, sind die Gefühle des Betroffenen oft widersprüchlich. Zum einen ist es für die Person ein gutes Zeichen auf die normale Station verlegt zu werden („Es geht voran, ich freue mich, dass es mir besser geht!“), zum anderen haben sie Sorge, dass sie nicht mehr so gut überwacht und betreut werden („Hier kümmert sich niemand um mich, ich werde vergessen!“).

Diese gegenläufigen Emotionen und negative Erfahrungen auf der Intensivabteilung führen zu Reaktionen, die für das Personal schwer einzuschätzen sind und das diese Patientengruppe dann als „schwierig“ und „anstrengend“ empfindet.

Forderndes Verhalten, häufiges Klingeln, nörgeln am Essen und unterschwellige Aggressivität auf der einen Seite, Wehleidigkeit, mangelnde Kooperation, Überängstlichkeit und Gejammer auf der anderen. Die Mitarbeiter/innen sind von derartigem Gebaren häufig genervt und reagieren mit mäßigem Verständnis oder sogar Ablehnung.

Die Patienten, die Aufmerksamkeit und Fürsorge benötigen, erreichen durch ihr Verhalten scheinbar das Gegenteil! Allerdings rücken diese Personen in den Fokus des Personals, denn sie sind Gesprächsthema und man beschäftigt sich mit ihnen.

Der Psychiater Eric Berne beschreibt diesen Effekt als „Stroke“ (negative Streicheleinheit).

 Lieber negative Aufmerksamkeit als gar keine!

 Inzwischen ist durch wissenschaftliche Studien belegt, dass viele Patienten nach dem Intensivaufenthalt unter einer posttraumatische Belastungsstörung leiden.

Diffuse oder reale Ängste, Panikattacken und Albträume sind einige der Folgen, die durch traumatische Erfahrungen wie Schmerzen, Erstickungsgefühle und Stress durch Lärm sowie unachtsames Verhalten des Personals der Intensivstation verursacht werden.

In dieser Veranstaltung wird mit einem ausgeprägten Praxisbezug die Situation von Patienten auf der Intensivstation dargestellt. So können die Teilnehmer/innen dieses Seminars Reaktionen von betroffenen Personen, nach deren Verlegung auf die Station, nachvollziehen. Dadurch werden sie in die Lage versetzt, die Belange der Patienten nachzuvollziehen, um sich professionell und zugewandt zu verhalten.

In diesem Seminar bieten wir Ihnen:

Trainingseinheiten zur Sensibilisierung der Wahrnehmung

  • Neuste Forschungsergebnisse bzgl. der Folgen einer intensivmedizinischen Behandlung
  • Bearbeitung von Fallbeispielen/ Selbsterfahrung
  • Raum zum Erfahrungsaustausch und Reflexion
  • Trainingseinheiten zur Erarbeitung empathischen Verhaltensweisen

Siehe auch:

Das Delirium- Eine unterschätzte Komplikation
„Der Patient ist im Durchgang!“