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“Leben und Arbeiten in der Nähe des Todes.”, veröffentlicht am 7. Januar 2018

Wege aus der Hilf- und Sprachlosigkeit

Obgleich Sterben und Tod in Kliniken und Pflegeeinrichtungen treue Begleiter sind, bleiben sie auch dort häufig Tabu-Themen, über die im Alltag hinweggegangen wird.

Der Anspruch, der an die Mitarbeiter/innen herangetragen wird, ist sehr hoch, noch höher ist jedoch häufig der Anspruch, den Pflegekräfte an sich selbst haben.

Der Ehrenkodex: “Wenn du das nicht aushältst, taugst du nicht für diese Arbeit!“ ist verbreitet. Vor diesem Hintergrund wird leider häufig zu wenig über das eigene Erleben und Empfinden von schwierigen Situation gesprochen. So entsteht der subjektive Eindruck, dass man vermeintlich der/ die Einzige im Team ist, der/ die „Probleme“ mit Krankheit, Sterben und Tod hat. Bei den Pflegenden bleibt dann häufig ein Gefühl von Schuld und Ärger über sich selbst zurück. Dieses Gefühl der eigenen „Unzulänglichkeit“ kann dann in einer nicht mehr der Situation angemessenen Ironie, in Sarkasmus und in schwarzem Humor münden!

Deshalb versuchen Mitarbeiter/ innen diesen, als schwierig empfundenen Situationen mit Patienten und Angehörigen auszuweichen. Die eigene Hilf- und Sprachlosigkeit spielt dabei eine zentrale Rolle.

„Ich weiß nicht, was ich sagen/ tun soll!“

Wie soll bzw. kann das Personal angemessen auf Fragen und Aussagen, die wie folgt lauten können, von Patienten und deren Angehörige reagieren?

„Schwester, muss ich sterben?“

„Ich kann nicht mehr, schlagt mich doch Tod!“

„Wie lange wird mein Vater noch leben.“

Die persönliche Schockiertheit und der Anspruch, auf alle Fragen Antworten zu haben, unterbindet, sich offen mit den Patienten und deren Angehörigen auseinanderzusetzen.

Dabei bedarf es in der Regel nur der Fähigkeiten „gut zuzuhören, nachzufragen, sich selbst als Person einzubringen“ und zu ertragen, dass es keine „richtige“ Antwort gibt.

Das Seminar greift u.a. diese Thematik auf und gibt wertvolle Arbeitshilfen und Anregungen.

Erfahrungsaustausch, Reflektion der eigenen Lebens- und Arbeitssituation und die Sensibilisierung für die Situation der Betroffenen sind zentrale Inhalte der Veranstaltung.

Darüber hinaus werden Überlegungen angestellt, welche Möglichkeiten es gibt, die Rahmenbedingungen so zu schaffen, dass die Situation auf den Abteilungen für die Patienten, die Angehörigen und vor allem auch für das Personal verbessert werden kann.